Geschichte der Jung,- und Schülerschützenabteilung
der St. Sebastianus-Schützenbruderschaft Quettingen e.V. 1928
Der Schützenbruder Josef Peters war es, der 1953 die Jungschützenabteilung gründete. Damals fanden sich 12 junge Männer zusammen, von denen heute noch drei Schützenbrüder aktiv als frischgebackene Jubilare ( 50 Jahre Mitgliedschaft ) in der Bruderschaft tätig sind: Hans Bernd Wingchen, Franz Bergmann und Karl Grieß.
Natürlich stand zu Beginn die Freude am Schießsport ganz weit vorn. Längst waren die Trainingsmöglichkeiten nicht so gut wie wir sie heute kennen. Damals trainierte man auf der Kegelbahn der Gaststätte Haus Breidohr oder im Saal der Gaststätte Berns. Auch eine Scheune des Schützenbruders Josef Geiger und die Werkstatt des Schützenbruders Peter Wiel sen. genügten um unzählige schießsportliche Erfolge nach Quettingen zu holen. Der erste offizielle Wettkampf während des Jungschützensporttages am 27.09.1953 konnte bei 33 teilnehmenden Mannschaften mit einem 4. Platz abgeschlossen werden. Die Bezirkswanderkette konnte nach 1956, 1958 und 1964 bereits drei Mal nach Quettingen geholt werden.
Nach 14 Jahren unzureichender Trainingsmöglichkeiten konnte am 27.05.1967 der neu errichtete Schießstand seiner Bestimmung übergeben werden. Die Quettinger Schützenjugend beteiligte sich zahlreich an den Bauarbeiten. Fortan ging es stetig bergauf. Bis heute kann die Schützenjugend auf zahlreiche Bezirksmeistertitel in den verschiedenen Klassen zurückschauen. Erfolgreiche Schützen von damals und heute waren und sind Herbert Armbruster und Herbert Janke.
Nicht nur der Schießsport etablierte sich in Quettingen. Bereits 1954/55 bildete sich eine Fahnenschwenkergruppe, aus deren Reihen einige Mitglieder mit den höchsten Auszeichnungen des Bundes der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften für Fahnenschwenker ausgezeichnet wurden. Leider ist dieses wunderschöne Brauchtum heute in Quettingen nicht mehr aktiv.
1954 wurde der erste Jungprinz mittels Schuss auf den Holzvogel ermittelt. Peter Wurms war der erste in der Reihe, der bis heute ermittelten 47 Jungprinzen. Auch über die Bruderschaft hinaus waren einige Prinzen auf Bezirksebene erfolgreich. Mit Walter Etz 1957, Klaus Dieter Colaris 1964, Eberhard Matzerath 1978, Uwe Skorubski 1981 und Frank Schmitz 1987 stellte die Quettinger Schützenjugend bereits fünf Mal den Bezirksprinz des Bezirksverbandes Rhein-Wupper-Leverkusen. Seit 2001 wurde durch eine Änderung des Waffengesetzes und die damit verbundenen Sicherheitsanforderungen an die Schießanlagen unsere Freiluftanlage durch die Polizeibehörde Leverkusen gesperrt, so dass der traditionelle Vogelschuss zur Ermittlung der Jugendmajestäten bis heute nicht mehr möglich ist.
Ein weiterer wichtiger Schritt in die Zukunft war die Gründung der Schülerschützenabteilung im Jahre 1971 durch Karl-Heinz Winterberg. Auch den 10 15 jährigen Jugendlichen sollte die Möglichkeit geboten werden ihre Freizeit sinnvoll zu nutzen durch gezielte Betreuung und Integration in eine Jugendgruppe. Die Ziele des Bundes der Historischen Deutschen Schützenjugend sollten dabei Beachtung finden.
Auch diese Gruppe etablierte sich schnell im schießsportlichen Geschehen des Bezirkes Rhein Wupper-Leverkusen. Können wir doch auf einige Bezirksmeistertitel, Bezirksschülerprinzentitel und sogar auf den Gewinn der Bezirksschülerkette in den Jahren 1985 und 1987 zurückblicken.
Doch neben den vielen schönen Stunden gab es auch traurige Stunden. Müssen wir doch den Tod einiger verdienter Jungschützen und Jungschützenmeister beklagen: Hans-Peter Matzerath verstarb 1964 im Alter von 20 Jahren, Heinz Köllner verstarb 1969 im Alter von 14 Jahren. Weitere verstorbene Jungschützenmeister aus der jüngeren Vergangenheit sind Werner Matzerath, Karl Heinz Winterberg ( stellv. Diözesanjungschützenmeister ) und Wilfried Matzerath.
Im Jahre 1993 konnte die Jungschützenabteilung ihr 40 jähriges Bestehen im Bruderhaus Berns feiern. Höhepunkte der Jubiläumsfeier waren der Besuch des Diözesanjungschützenmeisters Helmut Ströbelt und die von dem damaligen Königspaar Rainer und Gisela Weis organisierte große Tombola. Der langjährige Jungschützenmeister Wilfried Matzerath stiftete der Jugendabteilung ein Luftgewehr.
In 50 Jahren Jungschützenarbeit bemühten sich die Jungschützenmeister stets um die Jugendarbeit. Allen sei ganz herzlich gedankt für ihr Engagement, Ihre Kraft und Mühe, die sie investiert haben. Ihnen ist es u. a. zu verdanken, dass die Jung und Schülerschützen stets eine zukunftsweisende Errungenschaft war, die für die Quettinger Schützentradition unerlässlich war. Mit der Gründung der Jung und Schülerschützenabteilung Quettingen wurde ein wegweisender Beitrag für die Jugenderziehung im Sinne der Ideale des Bundes „Glaube Sitte Heimat“ innerhalb unserer Gemeinde geleistet. Insgesamt darf die Jungschützenarbeit wegen ihrer schießsportlichen Akzente als eine sinnvolle Ergänzung der Jugendarbeit der übrigen Vereine Quettingens angesehen werden. Leider sind heute nur noch sehr wenige Jugendliche in der Quettinger Jungschützenabteilung engagiert. Die Gründe hierfür zu finden und eine Kehrtwende einzuleiten sei unser erklärtes Ziel. Unser Hochmeister Hubertus Prinz zu Sayn-Wittgenstein sagte einmal: "Die Jugendarbeit in unseren Bruderschaften gehört zu den wichtigsten Aufgaben. Durch die Jugendarbeit in den Jung und Schülerschützengruppen kann erreicht werden, dass die Jugendlichen ihre Chancen besser erkennen und wahrnehmen können." Wollen wir versuchen richtungsweisend und zielorientiert mit Jugendlichen zu arbeiten und alle Anstrengungen zu unternehmen neue Jugendliche für das Schützenwesen in der Quettinger Bruderschaft zu begeistern.
Ulrich Matzerath